Grundlagen

Vor etwa 15.000 Jahren zeichneten die Menschen die Bilder ihrer Beutetiere an die Wände ihrer Höhlen. Dann fügten Sie noch Pfad- und Strichzeichnungen hinzu, die die Wanderrouten der Tiere markierten. Was aus heutiger Sicht ziemlich simpel wirkt, war schon damals nichts anderes als eine Speicherung von Geodaten: Ein Objekt wird in Zusammenhang mit einem Standort gebracht.

Heute sind solche raumbezogenen Daten ein unverzichtbarer Bestandteil des täglichen Lebens. Längst geben wir ganz selbstverständlich unser gewünschtes Reiseziel in ein Navigationssystem ein. Auf Knopfdruck erhalten wir dann automatisch den optimalen Fahrtweg angezeigt.

Doch die Bedeutung umfassender Geoinformationssysteme ist noch sehr viel größer: Etwa 80 Prozent aller politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen basieren heute auf einem Raumbezug! Kein Bauvorhaben kann heute ohne Geodaten realisiert werden: Vom Gartenhäuschen bis zum Einkaufszentrum, von der Umgehungsstraße bis zur Flughafen-Landebahn - wer die räumlichen Rahmenbedingungen nicht kennt, kann keine effiziente Entscheidung treffen.

Praktischerweise müssen wir heutzutage nicht mehr in Höhlen gehen, um Geodaten zu finden. Okay - der gute alte Bebauungsplan auf Papier, wie unser Freund BEPL hier, ist vielerorts noch immer nicht ausgestorben. Aber dank moderner Technik liegen Geoinformationen, wie sie in solchen Plänen verzeichnet sind, heute meist in elektronischer Form vor.

Dennoch haben bislang nur wenige Menschen Zugriff auf diese lokal abgelegten Geodaten. Eine übergreifende Nutzung, die verschiedenen Verwaltungsebenen den Zugriff erlaubt, ist oftmals nicht möglich, zumindest aber sehr aufwändig - und ein Zugriff von außen, etwa durch Bürger oder Unternehmen, ist gar nicht erst vorgesehen.

Es stellen sich also wichtige Fragen:

  • Wie kann es gelingen, die lokal vorliegenden Geoinformationen effizienter und produktiver zu nutzen als bisher?
  • Welche Vorteile ergeben sich daraus?
  • Und was ist eigentlich eine Geodateninfrastruktur, kurz: GDI?

In den folgenden kurzen Info-Modulen möchten wir Ihnen diese und weitere Fragen ganz einfach beantworten.

Und damit startet die GDI-InfoTour - los geht's!