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Bestandsaufnahme

Ein immens wichtiger Schritt vor einer umfangreicheren Planung oder gar einer technischen Umsetzung ist die Bestandsaufnahme. Bevor ein Thema überhaupt angepackt werden kann, sollte man unbedingt die Ausgangslage kennen und sich bereits überlegen, was alles benötigt wird, um am Ende das Ziel (einen eigenen GDI-Knoten) zu erreichen.

Da bei einer Bestandsaufnahme oftmals verschiedene Stellen zu involvieren sind, besteht die Möglichkeit, dies über einen Fragebogen zu tun, der zum Beispiel per E-Mail verteilt oder online veröffentlicht wird.


Wer ist für die Erhebung und Pflege der Geodaten zum ausgewählten Thema verantwortlich?

Zunächst muss bekannt sein, wer die Geodaten erhebt und dafür verantwortlich ist. Das kann beispielsweise eine bestimmte Fachabteilung sein, es können aber auch verschiedene Abteilungen oder Organisationen zuständig sein (z.B. wenn die Datenbearbeitung an Dienstleister vergeben wurde).

Sollten Sie nicht selbst Eigentümer der Daten sein, ist zu klären, ob oder zu welchen Bedingungen diese verwendet werden dürfen. Schließen Sie hierzu am besten eine Nutzungsvereinbarung oder einen Kooperationsvertrag ab, der ihnen auch zukünftig die Nutzung erlaubt, vor allem aber die Datenaktualisierung sicherstellt. Nichts ist ärgerlicher als veraltete oder unvollständige Daten. Schließlich wollen Sie den GDI- Knoten auf längere Sicht betreiben, um insbesondere den wirtschaftlichen Aspekt an dieser Stelle nicht aus den Augen zu verlieren.


In welcher Form liegen die Ausgangsdaten vor?

Machen Sie eine Recherche darüber, welche Informationen und Geodaten zu dem gewählten Themenbereich bereits vorhanden sind und in welcher Form diese vorliegen. Hierbei sind Pläne und Schriftstücke auf Papier, Karteikarten, Excel-Tabellen, Datenbanken mit vorhandenen Sachdaten, CAD-Zeichnungen (DXF oder DWG) oder auch georeferenzierte Bilder denkbar. Das macht einige Mühen, lohnt sich aber im Nachhinein ungemein. Also nicht verzagen…

Wir haben das am Beispiel Bebauungspläne gemacht und kamen zu folgenden Ergebnissen:

  • Ein Großteil der Pläne und deren Beschreibungen lagen in Papierform, als Bilder, Listen oder Karteikarten vor und mussten erst einmal digitalisiert werden.

  • Einige Pläne waren bereits im PDF- oder in verschiedenen Bildformaten (JPEG / TIFF) digital verfügbar, manche jedoch in einer nicht allzu guten Qualität.

  • Die benötigen Sachinformationen lagen ebenfalls teilweise digital im PDF- und JPEG-Format oder als Word- und Excel-Dateien vor.
    Dazu zählen zum Beispiel:
             > Welchen Namen hat der Plan?
             > Wann wurde der Plan rechtskräftig?
             > Wie lautet die textliche Beschreibung?

Sollten Sie Verlinkungen auf weiterführende Dokumente als Sachdaten anbieten wollen, ist unbedingt ein Augenmerk auf die verschiedenen Datenformate zu legen, da es hier schon bei vergleichsweise simplen Sachverhalten zu Problemen kommen kann.

Beim Bebauungsplaninformationssystem hat sich die GDI-Südhessen
für die Darstellung der Pläne und Textergänzungen auf das
PDF-Format geeinigt. Dieses ist plattformunabhängig und aufgrund
seiner weiten Verbreitung am besten geeignet.
Um eine möglichst schnelle Anzeige der Pläne zu gewährleisten,
haben wir außerdem eine Größenbegrenzung der eingescannten
Bebauungspläne festgelegt. Dies bietet neben einer noch guten
Qualität auch eine akzeptable Performance.

So würde beispielsweise eine Bereitstellung von Dokumenten im Word-Format die Installation einer entsprechenden Software beim Betrachter voraussetzen.

 


Sind zusätzliche Datenerhebungen notwendig?

Sie sollten nun klären, ob die vorliegenden Daten auch aktuell, vollständig und für die Erreichung des geplanten WMS-Dienstes ausreichend und geeignet sind, oder ob noch Erhebungen notwendig werden.

Bei der Frage nach einer zusätzlichen Erhebung von Daten, sollten Sie sich mit dem Thema Ressourcenplanung aber auch mit den dazugehörigen technischen Anforderungen beschäftigen.


Gibt es einen direkten oder indirekten Raumbezug?

Alle Geodaten haben einen Raumbezug. Damit sie aber beispielsweise im Hessenviewer oder in einem eigenen Geoinformationssystem dargestellt werden können, benötigen sie einen direkten Raumbezug - also eigene Koordinaten.

Besteht der räumliche Bezug lediglich aus Adressen, Flurstücken, statistischen Gebieten oder sonstigen Angaben liegt nur ein indirekter Raumbezug vor. In diesem Fall besteht eine erste Aufgabe darin, aus dem indirekten einen direkten Raumbezug herzustellen – diesen Prozess nennt man Geokodierung.


Wer nutzt die Daten derzeit?

Um zu wissen, wie man die Geodaten zu dem ausgewählten Thema einsetzen kann, muss man zuerst einmal wissen, wer die aktuellen Nutzer sind.


Welche Arbeitsprozesse werden mit den Daten in welcher Form erledigt?

Daraus lässt sich dann ableiten, in welchen Arbeitsprozessen die Daten verwendet werden und wo Schwachstellen liegen.


Werden zusätzliche Sachdaten und Metadaten geführt?

Oft gibt es nicht nur einen Datenbestand zu einem Thema, sondern mehrere Quellen. In diesem Fall macht es häufig Sinn, diese Datenbestände zusammenzuführen, um so noch umfangreichere Informationen zur Verfügung stellen zu können.


Mit welcher Software werden die Datenbestände und ihre Sach- und Metadaten gepflegt?

Wie wir aus den vorangegangenen Info-Modulen bereits wissen, spielt diese Frage aus Nutzersicht innerhalb einer GDI keine Rolle - aus Anbietersicht allerdings sehr wohl. Gerade wenn es mehrere Datenbestände gibt, sollte bekannt sein, mit welcher Software diese gepflegt werden. Denn der Einsatz unterschiedlicher Programme kann dazu führen, dass es sehr schwierig wird, die Datenbestände zusammenzuführen und anschließend als Dienst veröffentlichen zu können.


Wenn Sie sich bis hierher durchgearbeitet haben, werden Sie feststellen, dass jede beantwortete Frage wiederum viele neue Detailfragen aufwirft. Die Antworten auf diese Fragen finden Sie in den übrigen Kapiteln der Planungs- und Vorbereitungsphase.

 

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